Chancen der Adipositas-Chirurgie Vortrag 2017

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Dr. Tobias Meile

Oberarzt und Leiter des Adipositas-Zentrums
Klinikum Stuttgart – Krankenhaus Bad Cannstatt (kbc)
Prießnitzweg 24, 70374 Stuttgart
Tel.: 0711 278-62613
Fax: 0711 278-60390
t.meile@klinikum-stuttgart.de

 

 

Prävalenz und Folgeerkrankungen der Adipositas
Über die Hälfte aller Erwachsenen in Deutschland haben Übergewicht; fast 25% sind sogar krankhaft übergewichtig (adipös). Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Und Adipositas ist mehr als nur ein Schönheitsfehler: Dadurch steigt das Risiko, beispielsweise an einem Diabetes mellitus zu erkranken, um das Neunfache. Die Lebenserwartung der Patienten reduziert sich drastisch: Wer unter Adipostas und (moderaten) Nebenerkrankungen leidet, hat ein 5- Jahres-Sterblichkeitsrisiko von 20%.

Konservative Therapiestrategien
Was tun gegen den Übergewichts-Tsunami in unserer heutigen wohlgenährten, sitzenden Gesellschaft? Anti-Adipositas-Medikamente gibt es in Deutschland so gut wie keine; Diäten nützen i.d.R. nichts, da die Adipositas als chronische Erkrankung nur mit langfristigen Strategien bekämpft werden kann. Ernährungsberatung und Sport sind zwar durchaus sinnvoll, doch die Erfolge sind bescheiden: Statistiken zufolge erreichen rund 50% aller Patienten dadurch eine Gewichtsabnahme um 5% ihres Körpergewichts. Das ist nicht viel und für stark übergewichtige Patienten lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein. Diese haben keine guten Aussichten: Die Wahrscheinlichkeit, mithilfe konservativer Maßnahmen mehr als 20% seines Körpergewichts abzunehmen, liegt unter 1%.

Adipositas-Chirurgie
Diesen Schwergewichtlern kann die Adipositas-Chirurgie helfen. Dadurch schmelzen nicht nur die überflüssigen Kilos weg; auch Begleiterkrankungen bilden sich zurück: Das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen sinkt um über 80%; eine Schlafapnoe bildet sich um 74%, eine arterielle Hypertonie um 52–92% und eine nicht-alkoholische Fettleber (NAFLD) um 90% zurück (37% Rückgang einer beginnenden Entzündung; 20% Rückbildung einer beginnenden Fibrose). Besonders rasch lässt sich durch einen adipositaschirurgischen Eingriff bei Typ-2-Diabetikern eine Remission erreichen. Die 5-Jahres-Mortalität der Patienten sinkt um 85%. Insgesamt ist die langfristige Gewichtsreduktion bei chirurgischen Verfahren deutlich höher und die Mortalität und Morbidität der Patienten deutlich niedriger. Die 30-Tage-Mortalität nach dem Eingriff ist mit 2 Promille sehr niedrig.
Die beiden wichtigsten adipositaschirurgischen Verfahren sind der Schlauchmagen und der Roux-Y-Magenbypass: Nach diesen operativen Eingriffen hat der Magen nur noch ein Volumen von 100 bis 150 ml, sodass sehr schnell ein Sättigungsgefühl erreicht wird.
WICHTIG: Ein solcher Eingriff sollte unbedingt in einem Zentrum durchgeführt werden, das über große Erfahrung in der Durchführung solcher Eingriffe verfügt und den Patienten eine kompetente interdisziplinäre Betreuung und Nachsorge anbieten kann. Das beginnt schon bei der Vorselektion: Es ist wichtig, die Patienten ganzheitlich zu betrachten und für jeden das richtige Gewichtsreduktionsverfahren auszuwählen.
Das Adipositas-Zentrum Klinikum Stuttgart – Krankenhaus Bad Cannstatt bietet als einzige Klinik im Großraum Stuttgart und eines der wenigen bundesweit zertifizierten Referenzzentren für Adipositas-Chirurgie die gesamte diagnostische Palette an und verfügt über ein breit gefächertes Angebot von konservativen, interventionellen (Magenballon, Endobarrier) und operativen Therapiemöglichkeiten. Ferner bietet das interdisziplinäre Team, in dem neben Gastroenterologie und Viszeralchirurgie u.a. die Fachbereiche Endokrinologie, Psychosomatik sowie plastische und ästhetische Chirurgie vertreten sind, seinen Patienten ein qualifiziertes Nachsorgekonzept an.