Pneumologie Vortrag 2016

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Prof. Dr. med. Dipl. Ing. Helmut Teschler

Medizinische Universitätsklinik
Ruhrlandklinik, Abteilung Pneumologie
Tüschener Weg 40
45239 Essen
Tel.: 0201 433-4001
Fax: 0201 433-4009 

Helmut.Teschler@Ruhrlandklinik.UK-Essen.de

 

Prof. Dr. med. Dipl. Ing. Helmut Teschler, Chefarzt der Abteilung Pneumologie-Universitätsklinik und stellvertretender Ärztlicher Direktor der Ruhrlandklinik, Westdeutsches Lungenzentrum, Universitätsklinikum Essen. 

  

Allergisch bedingtes Asthma und andere Atemwegsallergien

Bisher war nicht bekannt, ob die verschiedenen Extrakte für eine subkuaten oder sublinguale Immuntherapie (Hyposensibilisierung) bei allergisch bedingten Atemwegserkrankungen alle gleich wirksam sind, denn darüber gab es in der Vergangenheit keine größeren Studien. Inzwischen weiß man: Die für die Hyposensibilisierung verwendeten Extrakte sind sehr unterschiedlich wirksam. Daher muss vor Beginn einer Therapie geprüft werden, ob für den betreffenden Extrakt Studien existieren, die die Wirksamkeit beweisen. Mittlerweile gibt es für fast alle Allergengruppen gute Studien. (Informationen hierzu findet man auf der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie.) Ferner steht mittlerweile fest, dass eine Immuntherapie bei nachgewiesener Sensibilisierung gegenüber Hausstaubmilben mit hohem Effekt möglich ist. (Auch dies war bis vor einem Jahr noch nicht bekannt.) Mittlerweile gibt es 2 Extrakte (aus D. pteronyssinus und D. farinae) zur sublingualen Hyposensibilisierung, durch die eine Hausstaubmilbenallergie wesentlich gebessert werden kann. Erste Studien zeigen, dass eine solche Immuntherapie nicht nur bei Patienten mit allergischer Rhinitis und Rhinokonjunktivitis, sondern auch bei Asthma-Patienten mit Sensibilisierung gegenüber Hausstaubmilben eine hochgradige Besserung bewirkt: Die sublinguale Immuntherapie führt nicht nur zu einer Besserung der lokalen Symptome des nächtlichen Hustens, der Rhinitis und Konjunktivitis, sondern auch zu einem deutlichen Minderverbrauch an oralen Kortikosteroiden und zu einer Stabilisierung des Asthma bronchiale mit entsprechender Verbesserung der Lebensqualität. Dies gilt auch und gerade für Patienten mit schlecht kontrolliertem Asthma.

Einteilung des Asthmas nach GINA-Leitlinie

Asthma ist primär eine Erkrankung des Kindes- und Jugendalters. Dies ist im Regelfall das allergisch bedingte Asthma und somit der klassische Erkrankungsweg. Patienten, die nach dem 20.–25. Lebensjahr neu diagnostiziert werden, leiden i.d.R. an einer anderen (nicht-allergischen) Form des Asthmas. WICHTIG: Fragen Sie Ihre Patienten genau danach, wann ihre Symptome begonnen haben!
Die GINA-Leitlinie 2015 beinhaltet genaue Definitionen zu kontrolliertem und unkontrolliertem Asthma:

Kontrolliertes Asthma: Der Patient ist unter der eingeleiteten Therapie beschwerdefrei.

Unkontrolliertes Asthma: Der Patient leidet tagtäglich oder 2–3-mal pro Woche unter Beschwerden. Solche Patienten haben ein hohes Risiko für schwere Komplikationen und Notfallhospitalisationen bis hin zu erhöhter Mortalität.

Ferner teilt die GINA-Leitlinie Asthma-Patienten je nach ihrer Medikation in 5 verschiedene Stufen ein. Hier gibt es in den Therapieempfehlungen der GINA-Leitlinie 2015 einige substanzielle Änderungen, u.a.:

Stufe 1 (leichtes Asthma bronchiale): Statt der bisherigen Empfehlung (Betamimetika bei Bedarf) sollen zusätzlich zur Bedarfsmedikation inhalative Steroide in sehr niedriger Dosis gegeben werden, da sonst bei 50% der Patienten der Übergang in ein manifestes Asthma droht.

Tiotropiumbromid ist ab Stufe 4 fester Bestandteil der Therapie. Zugelassen ist bei Asthma ausschließlich Tiotropiumbromid im Respimaten (nicht im Handihaler; dieser ist als Pulverapplikation auch weniger wirksam).

WICHTIG: Patienten der Stufe 5 (mit nicht-allergischem, überwiegend eosinophilem Asthma; rund 10% aller Asthma-Patienten) gehören in die Hand eines Spezialisten! Bei ihrer Behandlung spielen Biologika (Omalizumab, Mepolizumab) eine wichtige Rolle – die Patienten bitte nicht mit oralen Kortikosteroiden „vollpumpen“!